Während Carsharing auf dem aufsteigenden Ast ist, stellt sich uns von tamyca die Frage, wie es sich mit der konservativen Konkurrenz, also den altehrwürdigen Autovermietungen, verhält. Gibt es große Unterschiede bei Service, Betreuung und Preis? Das wollen wir für Euch beantworten.
Wir haben uns dazu die drei großen Autovermieter in Deutschland, und einen regionalen Anbieter angesehen. Sixt, Hertz und Europcar als Großanbieter, Robben & Wientjes als regionalen Anbieter, der nur in Berlin arbeitet. Unser Leihwagen soll also ein VW Caddy, Renault Kangoo oder ähnliches sein.
Wir beginnen mit Europcar.
Der VW Caddy ist schnell gefunden. Es gibt überraschend viele Extras, die wir zu geringem Aufpreis mitmieten können. Vom Kindersitz in allen erdenklichen Größen bis zur Sackkarre ist alles dabei. Wir zahlen 70€ und dürfen dabei 100 Kilometer fahren. Jeder weitere Kilometer kostet uns 19 Cent. Das Auto ist sehr schnell telefonisch gebucht, wobei der Telefonist am anderen Ende sehr freundlich und entspannt war, und wir nie das Gefühl hatten zu irgendwas gedrängt zu werden. Abholung und Rückgabe waren schnell und unkompliziert.

Bei Sixt war es uns nicht auf Anhieb möglich per Internetsuchmaske einen Kleintransporter zu finden, also versuchten wir es per Telefon. Die Dame am anderen Ende half uns schnell zum richtigen Auto, bot uns dann aber ein wenig zu aufdringlich ein Navigationsgerät an. Für 139€ konnten w
ir einen VW Caddy für einen ganzen Tag mit unbegrenzten Kilometern fahren. Auch hier war die Abwicklung professionell und zeitsparend.
Bei Hertz konnten wir leider kein Auto der Kangoo-Klasse bekommen, und mussten deshalb mit einem Mercedes Vito vorlieb nehmen.
Positiv fiel uns auf, dass der Hertz-Mitarbeiter uns diesen Vito vorschlug, und nicht wie erwartet einen sehr viel teureren Familienvan wie den Opel Zafira.
Zum Vergleich haben wir in Aachen einen Renault Kangoo angefragt und wenig später wurde unsere Anfrage angenommen. Der Vermieter gab uns den Wagen in sehr gutem Zustand, das Auto war sehr sauber und machte einen gepflegten Eindruck. Bei Abholung und Abgabe gab es kurze Checks, um etwa alte Kratzer und Beulen aufzunehmen. Das dauerte minimal länger als bei den Profis, das Übergabeprotokoll war aber schnell ausgefüllt. Insgesamt haben wir 34€ bezahlt und hätten, nachdem wir 70 Kilometer gefahren sind, noch 130 Kilometer ohne Aufpreis fahren können.
Fazit:
Was die Verleih-Dinos angeht muss man Pro und Kontra abwägen. Die Großen bieten ein flächendeckendes Netz, welches sich beim privaten Carsharing gerade erst im Aufbau befindet. Das Netz der großen Anbieter hat allerdings Lücken, was wir gesehen haben, als wir von Hertz kein Auto der gewünschten Wagenklasse bekommen haben. Die normalen Autoverleiher hatten auch viele verschiedene Extras im Angebot, die dazu gebucht werden konnten. Hierbei war Europcar unser ungeschlagener Favorit, die allein 8 (!) verschiedene Umzugskarton-Pakete im Angebot haben. Letztlich überzeugen uns aber 2 Aspekte von unserer Idee des privaten Carsharings. Der Preis, den sich Nachbarn als kleine Mietgebühr gegenseitig machen können, war halb so hoch wie der des billigsten großen Verleihers. Während wir per tamyca nur 34€ zahlten, waren es bei Sixt sogar satte 139€. Aber besonders überzeugt sind wir, weil in unserer anonymisierten Welt das gegenseitige Leihen es möglich macht, die Menschen in unserem Viertel endlich kennen zu lernen, und das ist etwas, das keine normale Autovermietung der Welt schaffen kann.
In Teil II: Wir messen uns mit einem regionalen Autoverleiher und sind gespannt was der zu bieten hat.
Daniel